Mittwoch, 4. November 2015

Solarhaus - Berlin spart Energie 2015

Das Solarhaus an der HTW Berlin war am 8. Oktober Austragungsort für ein ÖBHZ-Seminar anlässlich der Aktionswoche "Berlin spart Energie 2015" in Kooperation mit der Hochschule und der Elektro-Innung Berlin. Mein Dank hierfür gilt insbesondere Herrn Schuppenhauer als Gastgeber von der Elektro-Innung.
Die Stromausbeute durch Photovoltaik war an diesem Tage mäßig. Die Batterie war leider auch nicht gerade voll, so dass in diesem Haus ab Mittag tatsächlich viel Strom gespart wurde.
Dankenswerter Weise konnten wir das Seminar in den Räumen der Elektro-Innung fortsetzen.

Die Führung durch das Solarhaus durch Frau Stefanie Segbers von der HTW Berlin, welches von Studenten der Hochschule errichtet wurde und  2010 im Internationalen Projekt "LIVING EQUIA" erfolgreich teilgenommen hat, war hochinteressant. Der sich anschließende Vortrag behandelte das Thema "Stromspeicherung". Hierzu wurden verschiedene Batterie-Lösungen einschließlich der dafür benötigten Rohstoffe vorgestellt und auch deren historische Entwicklung, die bis in die Zeit von Cleopatra zurückreicht, dargelegt. Wie wichtige eine gut funktionierende Steuerung der Batteriesysteme ist, zeigte sich ja nach dem Stromausfall in der zweiten Tageshälfte. Die Vorstellung der HaWoCon als Steuerungssystem war durchaus angebracht. Ergänzend zu den Batteriesystemen wurde die Möglichkeit der Wasserstoffspeicherung und deren Verbrennung mit Wankel-Generatoren vorgestellt.

Die verschiedenen Möglichkeiten der Wasserstoff-Speicherung wurde anschließend im Rahmen einer Führung durch die Laborräume des FB Regenerative Energien der HTW Berlin veranschaulicht. Die HTW war auch die erste Hochschule, die eine Wasserstoff-Verbrennung mit Hilfe einer Brennstoffzelle demonstrieren konnte. Diverse Instrumente zur Stromerzeugung - selbstverständlich auch PV-Module und Kleinwindkraftanlagen - sowie verschiedene Messtechniken wurden ebenfalls vorgestellt. Die Führung war für alle Teilnehmer sehr aufschlussreich und mein Dank gilt der Laborleiterin, Frau Sabine Kupzok.

In den Räumen der Elektro-Innung Berlin wurde das Seminar fortgesetzt. Nachdem die Speicherung von Strom den Vormittag ausfüllte, ging es im nachfolgenden Vortrag von Herrn Axel Popp um das Thema Wärmespeicherung mit Hilfe des eTanks. Mit Hilfe einer Zeitrafferaufnahme wurde die Installation eines solchen vorgeführt und anschließend das Wirkungsprinzip erläutert. Der eTank als sehr spezielle und besonders innovative Form von "Geothermie" ist sicherlich ein wichtiger Mielenstein für die Wirtschaftlichkeit solarthermischer Anlagen. Aber auch Wärme-Überschüsse aus BHKW´s können im eTank zwischengespeichert werden, so dass sich der Bertieb des BHKW´s auf den Strombedarf ausrichten kann.

Eine besondere Form der Energiespeicherung stellte der abschließende Vortrg dar. Herr Erik Taanman hielt seinen Vortrag zum Thema "Graue Energie". Er zeigte Beispiele aus der Praxis, wie viel "graue Energie" beispielsweise in einem Paar Lederschuhe enthalten ist. Anschließend klärte er darüber auf, wie wichtig die Verwendung von Naturbaustoffen wie Lehm und Holz ist, um "graue Energie" einzusparen. Er stellte die Holzständerbauweise vor, wie sie unter anderem von Beaver Homes ralisiert wird. Mit dem Prädikat "Green Building" ist eine Abgrenzung zur Herkömmlichen Bauweise mit viel Stahl und Beton möglich, wo bekanntermaßen sehr viel "graue Energie" enthalten ist. Ein weiterer Fortschritt bei der Ausrichtung der enEV wäre sicherlich die verstärkte Einbeziehung des Primärenergieaufwandes in den Baustoffen.

Die Aktionswohe "Berlin spart Engerie" ging erfolgreich zu Ende. Daran schloss sich eine "Aktionswoche" an, die Berlin in vielen bunten Lichtern darstellte. Wünschenswert wäre sicherlich, wenn für dieses Lichtspektakel zunehmend auch regenerative Energie verwendet würde.

Berichterstattung: Ronald Grube

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